Den Sommer verlängert- Italien 2015 - Chaos Köchin

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Den Sommer verlängert- Italien 2015

Urlaub!
In der Planung immer etwas chaotisch in unserer Familie. So hat der Begriff "Frühbucher" bei uns auch eine ganz andere Bedeutung. Wir buchen natürlich früh, immerhin einige Tage vor Urlaubsantritt, denn auch das Reiseziel ändert sich manchmal noch in letzter Minute. So auch diesmal. War ursprünglich geplant, nach Usbekistan zu fliegen, um die Schönheiten des vorderen Orients zu bewundern, wurde dann die Reise nach Italien daraus. Hier muss ich mich dann auch mal Italienliebhaberin outen. 

Das Land war also klar, aber wo nun hin? Nach einigem hin und her war die Entscheidung gefallen. Es geht ins Latium und nach Kampaniem. Die Küste zwischen Terraccina und Sperlonga, Pompeji, der Vesuv und Neapel interessierten uns dabei besonders. Die Strecke von etwa 4000 Km war schnell in kleinere Etappen aufgeteilt, die entsprechenden Unterkünfte und Hotels gebucht und so ging es am 13.09.2015 los zu unserer ersten Station. 


"Fischerrosel" in St. Heinrich am Starnberger See

Nach einer stressfreien 704 km langen Fahrt ohne Stau kamen wir in St. Heinrich, einem kleinen und unspektakulärem Ortsteil von Münsing, an. Uns erwartete ein Hotel im Stil eines alten bayerischen Landhauses mit den typischen Hängegeranien vor den Fenstern und nettem Personal. Wurde uns eine ruhige Hotellage versprochen, zerpaltzte dies bei unserer Ankunft wie eine Seifenblase. Am Hotel führten zwei Hauptverkehrsstraßen vorbei, wobei es sich bei einer um den Autobahnzubringer nach München handelte. Direkt neben dem Hotel stand die Kirche des Ortes, die zu jeder Viertelstunde ihr Glockenspiel erklingen ließ. Aber der liebe Gott hatte ein Einsehen, von 23.00 bis 07.00 Uhr verstummten die Glocken. Dafür setzte dann aber erwartungsgemäß um 05.00 Uhr der Berufsverkehr ein. 
Nichts desto trotz haben wir unsere kleine Ortschaft und den entsprechenden Uferabschnitt des Starnberger Sees ausgekundschaftet und den Abend in Starnberg direkt am See verbracht.  




Eine Beach Lounge in Starnberg, die einen fantastischen Blick auf den See freigab 
und erst am Abend durch  ihre Beleuchtung zur Höchstform auflief

Den nächsten Morgen freuten wir uns auf ein deftiges und zünftiges bayerisches Frühstück, wurden aber enttäuscht, denn lieblos aufgestapelte verpackte Wurst und immerhin doch eine Sorte Käse, waren nicht das, was wir uns für Bayern vorgestellt hatten. Aber wir hatten Urlaub, gute Laune und wollten den Tag in München verbringen, ehe es am nächsten Tag weiter nach Italien gehen sollte. 


Trentino- Riva del Garda

So oft ich auch schon nach Italien gefahren bin, die Durchfahrt durch die Berge der Alpen ist immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Nach ganz entspannten     325 km kamen wir ohne Verzug und bei strahlendem Sonnenschein und 26 Grad im Hotel "La Perla" in Riva del Garda an. Wir näherten uns dem Ort über eine Serpentinenstraße die bergabwärts führte und einen atemberaubenden Blick auf Riva del Garda und den Gardasee freigab. 



Meine Laune stieg ins unermessliche. Endlich da- bella Italia. Das Hotel lag ziemlich zentral und nur etwa 100 Meter vom See entfernt. Was lag da näher, als nach dem Einchecken sofort an den See zu gehen und und die Seeluft zu schnuppern. Seeluft macht hungrig und so ging es dann stehenden Fußes in das Ristorante e Pizzeria des Hotels Rialto. Hier erwartete uns eine üppige Speisekarte mit lokalen sowie Fisch- und Meerspezialitäten. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht und so ließen wir uns Frittate Frutti di mare mista, Tagliatelle con Ruccola e gamberetti e Spaghetti con acchiughe bringen. Das Ganze sah dann so lecker aus:





Dazu un mezzo vino di bianco a la casa- e perfetto. 
So gestärkt machten wir uns auf den Weg in die schöne Altstadt von Riva, wo wir den Abend ausklingen ließen. Auf dem Rückweg zu unserem Hotel hatten wir dann eine wunderschöne Begegnung, wie sie so typisch ist für Italien. Eine unsagbar schöne Stimme sang bekannte und unbekannte Melodien von Oper und Operette, das Ave Maria und natürlich auch italienische Insidersongs. Da war Gänsehautfeeling angesagt und sogar manch eine Träne bei den Zuschauern zu sehen. 

 


Das Lazio- Formia und Gaeta

Nun stand uns mit 704 km die vorerst längste Etappe der Tour bevor. Es ging dabei durch mehrere Regionen Italiens, wie das Trentino, die Emilia Romagna, die Toscana und Umbrien. Im Lazio angekommen stieg die Vorfreude auf unsere Agriturismo- Unterkunft "La Fattoria degli Artisti". Ich buche schon seit Jahren über Agriturismo meine Unterkünfte. Immer gemütliche kleine Häuser mit individuellem Charme, weitab der ausgetretenen Touristenpfade, in den herrlichsten Lagen mit fantastischer Hausmannskost der entsprechenden Region und abendlichen Gesprächen in vielen Sprachen. Für mich Italien pur. Den Tip hatte ich vor Jahren von einem Italiener bekommen. 
Agriturismo ist ein Konzept der italienischen Regierung aus den 50er Jahren, bei denen Bauernhöfe finanziell unterstützt wurden und dafür Unterkünfte für Touristen schaffen mussten. Auch wurde ihnen gestattet, ihre Produkte zu vermarkten. Und so enttanden im Laufe der Zeit tolle Unterkünfte, bis hin zu kleinen Hotels im Landhausstil. 
Leider hatten wir dieses Jahr erstmalig kein Glück. Der Hof sah recht heruntergekommen aus. Überall standen defekte Landmaschinen herum, stapelte sich Müll und Bauschutt an jeder Ecke, auch unmittelbar neben dem Haus.  Eine Kuh saß mitten in einem Blumenbeet. Die enge Straße zum Haus und der Terasse war schon mit verdächtig vielen Kuhfladen gepflastert. Als ich dann auf der Terasse noch einen riesigen Kuhfladen und gleichmäßig zerlatschte Kuhsch..... sah, war die Stimmung hinüber. Ich war so geschockt, dass ich nicht mal Fotos von diesem Desater machte. Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass die Lage des Hofes wieder wunderschön war. Eingebettet in die Aurunker Berge mit einem fantastischen Blick auf den Golf von Gaeta. 
Fest stand aber, hier wollte ich keine Minute länger bleiben und so fuhren wir weiter in den nächsten Ort- Formia.  
Und da fanden wir unseren persönlichen Traum- das Hotel "Castello Miramare". Wir buchten uns für 3 Nächte ein und wurden nicht nur mit köstlichem Essen sondern auch mit warmer Herzlich- und Aufmerksamkeit königlich verwöhnt.


Abendlicher Snack zum Weißwein, hier frittierte Pizzakugeln mit Garnelen und Kräutern  
und Pizzahäppchen im Castello Miramare


Sonnenaufgang über dem Golf von Gaeta (Blick von unserem Hotelzimmer)


Frühstück im Castello, süß gestartet und herzhaft beendet


Der Hafen von Gaeta mit den Fischkuttern, die gerade frischen Fisch zum Verkauf anboten. 
Jedoch das Hafenbecken strotzte vor Abfällen und Dreck. 
Aber überall freundliche und  nette Leute .


Eine super Auswahl an Fisch, den ich teilweise gar nicht kannte ....


... auch in den Restaurants von Gaeta, 
Thunfischsteak und gefüllter Sepia und Riesengarnele

Campania- Pompeji und Neapel

Nach drei schönen und erholsamen Tagen in Formia und Gaeta zogen wir weiter an die Baia del Domitiana in das Golf Resort "Marina del Castello"in Castello Volturno. 
Die Via Domitiana ist die Verlängerung der Via Appia und führte vor Jahrhunderten an einer sehr schönen Küste Italiens vorbei. Sie verband Rom mit dem Süden des Landes. 
Die Gegend, die wir hier sahen, war anders, als das, was wir aus Ligurien, der Toscana, dem Trentino, Umbrien, den Marken oder dem Veneto kannten. Uns fielen zunächst die ziemlich einfach gehaltenen Hotels entlang der Via auf, die ihre Glanzzeiten augenscheinlich schon hinter sich hatten, ebenso viele Bauruinen und verlassene Ferienhäuser, die heute zum größten Teil von Einwanderern aus Afrika bevölkert werden. Hinweisschilder und die Hotels ließen vermuten, dass hier eher die Italiener Urlaub machten. Die Gruppen von afrikanischen Migranten schienen  hier schon lange zum normalen Stadtbild zu gehören. Neben Männern, die an der Straße darauf warteten, zur Arbeit abgeholt zu werden, waren es nicht wenige Frauen, die ihre Liebesdienste Tag und Nacht anboten. 
Neben der Kargheit der Natur kamen dann noch vielerorts illegal entsorgte Müllsäcke dazu, die entlang der Via Domitiana zu finden waren. Und trotz allem hatte genau diese Via einen Charme, den man eben nur neben den Touristenpfaden finden kann. Unser Interesse war geweckt und so machten wir am zweiten Abend einen kurzen Ausflug in die Stadt Castello Volturno. 
Jetzt beim Schreiben und Recherchieren im Internet fand ich einen  Spiegel-TV-Artikel, in dem zu lesen war, dass wir im tiefsten Camorraland waren (was uns natürlich schon vorher bekannt war, zumindest für Neapel) und Auseinandersetzungen zwischen Migranten und der Camorra in den letzten Jahren keine Seltenheit waren. Dieses Phänomen soll auch Auswirkungen auf den Tourismus in der Region gehabt haben, die wir so auch gesehen hatten. Aber, wie gesagt, das war eben Italien, wie man es als Pauschaltourist nicht geboten bekommt. 

Während unseres Aufenthaltes blieb jedenfalls alles ruhig und so machten wir uns auf den Weg nach Pompeji und Neapel. Bei strahlendem Sonnenschein und etwa 36 Grad erreichten wir Pompeji. Ein Parkplatz war schnell gefunden und wir von den Touristenguides abgefangen. Die übergaben uns freundlicherweise einen Stadtplan des ausgegrabenen Pompeji`s mit Hinweisen zu den interessantesten Objekten und ab ging es. Etwa 3-4 Stunden kämpften wir uns durch die alte Stadt...


auf den alten "Pflastersteinen".....


...bis zum Markplatz und vorbei an den Resten der alten Herrenhäusern, öffentlichen Badehäusern,
Verkaufsläden und Unterkünften der einfachen Leute....


...zum Bordell, wo auch heute ein ziemlicher Andrang herrschte. Interessanterweise war es das am besten erhaltene Haus mit sehr schönen Wandmalereien. 
Im Haus gab es 6 kleine Kammern. Über dem Eingang jeder Kammer befanden sich Abbildungen, die über die speziellen Fertig- und Fähigkeiten der jeweiligen Hure Auskunft gaben. 
Gelegen wurde auf, aus Stein gemauerten, Betten und dazugehörigen gemauerten Keilkissen.


...im Koloseum von Pompeji konnte man in einer Sonderausstellung die Toten von Pompeji sehen, die vom Vulkanausbruch überrascht worden sind. 

Die Körper sahen wie, in Stein gehauene, Skulpturen aus. Teilweise sichtbare Knochenreste und Schädeldecken ließen jedoch keinen Zweifel, dass unter der Steinschicht ein menschlicher Körper verborgen war.
Erstaunt waren wir insgesamt von der Größe der Stadt und Ausgrabungsstätte. Die Vorstellung, dass Pompeji einst eine schönre, reiche und große Stadt gewesen sein muss, lebt hier wieder auf. 
Die anschließend geplante Fahrt auf den Vesuv hatten wir dann aber auf Grund der Hitze abgesagt.  

Unser nächstes Ziel war Napoli, dafür hatten wir uns zwei Tage Zeit genommen. Den ersten Tag verbrachten wir auf dem Feste dell Oriente auf dem Messegelände Mostra D`Oltremare. Hier stellten sich orientalische Länder mit ihren Bräuchen, Tänzen, Kunsthandwerk , Speis und Trank und vielen interessanten Aufführungen vor. Zwischen all den Ständen und Bühnen herrschte ein riesiges Gedränge und unsagbar große Hitze. Streckenweise kam so etwas wie Saunastimmung auf. 


Eine Tai Chi Vorstellung- sehr sehenswert


Tanz der Drachen


Auf dem zentralen Platz der Messe fand eine große Freiluftdisco mit dem Einsatz von vielen Farbbeuteln statt.
Kaum jemand kam da farblos vorbei.  


2. Tag- Andiamo a Napoli

Hatten wir am Tag zuvor Neapel nur angeschnuppert, sollte es heute eine ganztägige Entdeckungstour werden. Darauf hatte ich mich schon bei der Planung zu Hause besonders gefreut. Bis zu diesem Zeitpunkt erschien mir Neapel immer so so unerreichbar mit dem Auto. Die Idee, Neapel zu besuchen, entstand bei mir vor vielen Jahren. Da gab es in Frankfurt (Oder) eine kleine Trattoria, die von einem Neapolitaner geführt wurde. Es gab eine kleine, aber feine Hausmannskost-Speisekarte und ein Stück italienisches Flair, wie in guten alten Filmen. Der Wirt selber machte zunächst mal einen eher brubbligen Eindruck, taute dann bei unseren weiteren Besuchen immer mehr auf und als ich dann das erste Mal mein Essen auf italienisch bestellte, huschte ein Lächeln über sein Gesicht und das Eis war gebrochen. 
Diese Erfahrung haben wir bei all unseren Besuchen in Italien gemacht- wenn du auch nur versuchst, etwas italienisch zu sprechen, fliegen dir die Herzen zu und du wirst mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die man eher aus der "Mama Miracoli-Werbung" kennt. 
Fortan versuchte ich nun, meine sprachlichen Fertigkeiten auszubauen und brachte auch ab und zu mal eine Kostprobe meiner italienischen Kochkunst in die Trattoria. 
Leider gibt es die kleine Trattoria heute nicht mehr, aber die Erinnerung an gutes Essen, schöne Abende und Gesprächsversuche meinerseites, bleibt. 

Neapel, die Hauptstadt Kampaniens und drittgrößte Stadt Italiens begrüßte uns mit lauten Hupkonzerten und kaum überschaubaren Verkehrsverhältnissen. Ich kann an der Stelle schon mal sagen, dass mich der Verkehr schon einige Nerven gekostet hat (und das nur als Beifahrer). Stellt euch eine dreispurige Straße vor, wovon eine Spur komplett zugeparkt ist (und das muss nicht immer die äußerste sein:-)) und die zwei verbliebenen Spuren mit mindestestens drei Fahrzeugen nebeneinander belegt ist und dazwischen rollen dann noch die Mopeds. Verkehrsführung hat hier wenig Bedeutung. Man verständigt sich mit Hupen, der italienischen 3-Finger-Geste, Gas und Bremse und es funktioniert. An der Stelle mal ein riesen Dankeschön an den coolsten Fahrer der Welt, meinem Mann, der uns nicht nur sicher durch den Verkehr bugsierte, sondern auch noch meine Schreckensanfälle gemeistert hat. 



Wir haben Neapel als kontrastreiche Stadt kennengelernt, Arm und Reich nebeneinander, Antike und Moderne eng beieinander und Dreck und Chic in wilder Harmonie. 
Unsere erste Station war die Altstadt von Neapel mit ihren verwinkelten engen Gassen und herrschaftlichen Palazzi, barocken Kirchen, Bars und Caffee`s, Osterias, den vielen Straßenhändlern und -künstlern und der typisch italienischen Geräuschkulisse. Hier, wo der Anzugträger neben dem Bauarbeiter seinen Espresso trinkt, die Wäsche noch, wie in guten alten italienischen Filmen, vor den Fenstern hängt, während die Touristen darunter flanieren, Sprachen aus aller Welt zu hören sind, habe ich mich pudelwohl gefühlt. 

Anschließend ging es an die Bucht von Neapel mit dem Hafengelände. Hier waren nicht nur schöne und große Yachten und Fischerboote zu bewundern, sondern auch das ins Meer gelagerte "Castello dell Ovo" (Ei-Kastell) und der im Hintergrund majestetisch schlummernde Vesuv. Hier war von der Enge der Stadt nichts zu spüren. 
Nachdem wir ausreichend Seeluft geschnuppert hatten, ging es hinauf auf die Hügel des Vomero, wo das gut bürgerliche Viertel und das Castell Sant Elmo zu finden waren. Von hier aus hatte man einen All-Inklusiv Blick auf die Stadt, das Meer und den Vesuv. Und ich kann euch sagen, nachdem wir uns da hinaufgekämpft hatten, war es einfach überwältigend. Neapel- eine Stadt mit einem ganz eigenem Charme und so hatte sich mein Wunsch erfüllt- Neapel sehen und erleben. Und egal, was Andere sagen, Neapel ist eine Reise wert, interessant, sehens- und liebenswert. 

Der Gratis Blick auf Neapel von Sant Elmo. Haus an Haus und im Hintergrund der Vesuv.


Ein typisches Gässchen in Neapel mit der aufgehängten Wäsche...


... den vielen kleinen herrlichen Imbissläden. Uns hatte es im Besonderen das reichhaltige
Fischangebot angetan. Daneben gab es aber auch jede Menge Pizza und gefüllte Panini. 


Eine Tüte mit Fritate Frutti di mare mista.
Sardellen, Tintenfisch, Garnelen, verschiedene Fischfilets und fritierte Pizzakugeln.
Super lecker!!!


Aber auch die süße Abteilung konnte sich sehen lassen. In der 2. Etage links sehr ihr eine neapolitanische Spezialität-
il Baba. Hierbei handelt es sich um einen Hefekuchen, der in einem Sirup aus Zucker und Rum  ertränkt wird. 
Unwahrscheinlich süß und lecker.


Das Ei- Kastell mit dem Vesuv im Hintergrund. Hier Hafen von Neapel.

Arrividerci  Napoli, andiamo a sperlonga.

Über Sperlonga nach Florenz

Die täglich hohen Temperaturen über 30 Grad waren dann dafür verantwortlich, dass wir bei all dem Sightseeing doch zwei Tage Badeurlaub dazwischenschoben. 
das Hotel Amyclae war schnell gefunden und lag als einziges Hotel der Stadt direkt am Strand, d.h. vom Frühstückstisch aufstehen und direkt im warmen Sand stehen. Von hier aus ließ ich es mir nicht nehmen, dann auch unzählige Male in das angenehm frische Nass des Golfes zu springen. Und das im September! 
Sperlonga selbst ist ein kleiner malerischer Ort an der Baia blanca. Einen bezaubernden Blick auf das Meer und die unendlich langen Sandstrände hat man von der Altstadt, die auf einem Felsplateau gelegen ist. In den verwinkelten Gässchen der Altstadt finden sich unzählige weißgekalkte Häuser, die an ein kleines griechisches Fischerdorf erinnerten. Die Altstadt konnte man über viele (und ich meine viele!) Treppenstufen erreichen. Aber für die Strapazen wurde man mit einem tollen Blick über das Meer und die Stadt sowie vielen kleinen Lokalitäten, die verschiedenste Spezialitäten anboten, belohnt.


Sperlonga bei einbrechender Dämmerung. Hier auf dem Weg zur Altstadt zum Schlemmen. 


Thunfischschinken mit Mozarella di Buffalo


Parmaschinken mit Peccorino


gefüllte Ravioli mit Sardellen

Auch hier verging die Zeit wie im Fluge und wir nahmen schweren Herzens Abschied  von Kampanien und Lazio und machten uns auf den Weg nach Florenz.

Firenze

In Florenz wurden wir sehr nett und ausgesuchtem Witz im "Hotel Royal" empfangen. Das Hotel ist ein altes ehrwürdiges Herrenhaus, das in sehr guter zentrumsnaher, aber trotzdem ruhiger, Lage zu finden ist. Und ganz positiv für Selbstfahrer, wie wir es waren, ein hoteleigener Parkplatz, der zwar ein kleines Vermögen kostete, aber in Florenz nicht mit Gold aufzuwiegen war. Da die Zeit knapp war, machten wir uns gleich auf den Weg in die Altstadt, die sich nicht wesentlich von anderen italienischen Altstädten unterschied. Kleine enge Gassen, viele Piazzi, Kirchen, ein überwältigender Dom, sehr schmackhafte Gastronomie und natürlich Geschichte, wohin man blickte. 
Namen, wie die Medicis, Galileo, Michelangelo oder Leonardi da Vinci fallen da Jedem sofort ein. 
Was mich aber genauso brennend interessierte, war der Markt von Florenz im Mercato Centrale. 
Der Markt hat zwei Etagen. Im Obergeschoss befinden sich die kulinarischen Köstlichkeiten, ähnlich wie im Kadewe Berlin. Hier konnte man alles finden, von Fleisch und Wurst, über verschiedenste Käsesorten, Pizza, Pasta, Frutti di mare und natürlich Vino. Der Frischemarkt im Untergeschoss  hatte erst am Freitagmorgen seine Pforten geöffnet. Uns erwartete ein buntes Händlertreiben und viele Köstlichkeiten  aus Flora, Fauna und Meer. 






Steinpilzzeit in Florenz

Natürlich haben wir auch wieder hervorragend gegessen. Stellvertretend für alle sei hier das "Giannino in S. Lorenzo" genannt. Ein urgemütliches und sehr, sehr altes Ristorante e Rosticceria im Herzen der Altstadt. 


tipici salume mista con verdure


pasta fresca con carne e vino chianti


Tortellini con funghi porcini

Mein Fazit- Florenz ist eine Reise wert, aber nehmt euch ein paar mehr Tage Zeit. Neben all den Sehenswürdigkeiten und Schlemmereien begegnet man auch vielen tollen Straßenkünstlern. Dabei steht eins fest, der Italiener liebt im Besonderen seine la musica und das in allen Variationen. Und die Zuschauer sind ein dankbares Publikum, die nicht nur die Münzen im Hütchen klingeln lassen, sondern auch lautstark mitsingen und tanzen. Und mit der Erinnerung an das abendliche Florenz bei Musik, Wein, gutem Essen und netten Menschen verabschiede ich mich zu unserer letzten Station. 

Innsbruck 

Innsbruck empfing uns mit kühlen 20 Grad und der Information, dass es am Vortag bereits auf den Gipfeln ringsum geschneit hatte. Die weißen Hüte waren uns bereits bei unserer Anfahrt aufgefallen. Unser Domizil in Innsbruck war das "Hotel Mondschein" direkt an der Inn und nur einige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Hatten wir von Innsbruck die Vorstellung einer großen und pulsierenden Metropole, lernten wir es als kleines verschlafenes Städtchen kennen. Mit schönen Stunden in der Innenstadt, einer Fahrt zur Bobbahn und natürlich gutem Essen, ging der Urlaub fü uns hier zu Ende. 






Nach 2 Wochen italienischen Schlemmereien hatten wir uns auf deftige Hausmannskost gefreut. Und die bekamen wir im "Elferhaus"- Schweinshaxe, Biergulasch und ein zünftigs Urbock dazu. Vorher hatten wir noch eine Gulaschsuppe und Rinderbrühe mit Fritate. 

Mit diesem kurzen Einblick in unseren diesjährgen Urlaub, hoffe ich, bei Euch ein wenig Interesse für Italien geweckt zu haben. Und nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" kann man eine abenteurliche und aufregende Zeit mit vielen interessanten Begegnungen und Erlebnissen verbringen. Die Nachsaison kam uns da sicherlich auch entgegen, denn so konnten wir super Unterkünfte  mieten und hatten mehr Ruhe, als im italienischen Ferienmonat August. 

 
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